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              "Frühlingszeit ist Zeckenzeit"

                             

      

Babesiose (auch genannt Piroplasmose oder Hunde-Malaria)

Vorsicht vor "Hunde-Malaria" - auch auf Katzen übertragbar

Frühlingszeit ist Zeckenzeit: Davor sollte man sich und die Tiere schützen.

 

Die Zeckensaison ist eröffnet. Bei zunehmend milden Temperaturen lauern sie auf Gräsern und niedrigen Büschen auf ihre warmblütigen Opfer – Mensch oder Tier. Der Stich des blutsaugenden Parasiten bereitet dabei nicht nur Unbehagen. Mit dem Speichel der Zecke können auch gefährliche Krankheiten übertragen werden. Zum Beispiel die Babesiose, auch „Hunde-Malaria“ genannt.  

Der Erreger der Babesiose ist ursprünglich in den tropischen und subtropischen Regionen der Welt zuhause. Doch mit seinen Überträgern, den Zecken, breitet er sich immer weiter aus, wie neueste wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben. In Frankreich ist Babesiose die gefürchtetste Vektor-Erkrankung beim Hund: Hier werden jährlich rund 400.000 Neuinfektionen gezählt. Seit rund 10 Jahren kommt Babesiose auch in Deutschland vor. 2004 wurden die ersten Fälle aus den Niederlanden bekannt. Eine Ursache für die rasche Ausbreitung der Krankheit ist das Reisen mit Tieren. Experten gehen davon aus, dass infizierte Vierbeiner oder am Hund festgebissene Zecken den Krankheitserreger in Gebiete eingeschleppt haben, in denen er früher nicht heimisch war. Auch Klimaveränderungen haben dazu beigetragen, dass Parasiten in Gegenden siedeln können, in denen sie noch vor einigen Jahren keine Überlebenschancen hatten. So wurde die Babesiose zum Beispiel in Mitteleuropa von einer Reisekrankheit zu einer heimischen Erkrankung.

 

In Mitteleuropa gilt heute die Auwaldzecke als der gefährlichste Überträger der Babesiose. Sie ist größer und bunter als andere Zeckenarten. Nüchtern ist sie etwa fünf, mit Blut vollgesogen bis zu 16 Millimeter groß. Ein weißer Schild mit dunklen Flecken bedeckt beim Weibchen den vorderen Teil des Rückens, bei der männlichen Auwaldzecke den ganzen Rücken. Sehr häufig kommt sie in Frankreich, Nordspanien, Norditalien und Kroatien vor – seit einigen Jahren auch massenhaft in einigen Regionen Ost- und Süddeutschlands.

 

In Südeuropa spielt die braune Hundezecke eine größere Rolle. Sie ist dort ganzjährig anzutreffen. Nach Deutschland kommt sie höchstens als „Urlaubsmitbringsel“.

 

Erreger der Babesiose sind Babesien - einzellige Blutparasiten -, die sich in den Speicheldrüsen der Zecke befinden und beim Blutsaugen übertragen werden. Sie befallen und zerstören die roten Blutkörperchen und verursachen damit ein Krankheitsbild, das der menschlichen Malaria ähnelt. Wurde der Hund infiziert, zeigen sich oft nach einer Woche die ersten Anzeichen. Dazu gehören neben hohem Fieber (bis 42°C) Mattigkeit, Schwäche, blasse bis gelbliche Schleimhäute, rötlich bis brauner Harn sowie Gelbsucht. Häufig wird die Krankheit erst erkannt, wenn durch die zerstörten roten Blutkörperchen der Blutfarbstoff, das Hämoglobin, mit dem Harn ausgeschieden wird und sich der Harn dunkel färbt. Wenn ein massiver Befall der roten Blutkörperchen erfolgt ist, ist es jedoch schwierig, den Hund noch zu retten.

 

Darum gilt es, die Tiere vor dem Infektionsrisiko zu schützen. Dafür gibt es einfach aufzutragende Antiparasitenmittel (so genannte Spot-on-Präparate), die Zecken und andere Parasiten abschrecken und töten, bevor sie beißen und saugen können. Nur so lassen sich die Belastung für das Tier sowie das Risiko der Krankheitsübertragung durch den Speichel der Zecke deutlich verringern. Auch so genannte Zeckenhalsbänder helfen unkompliziert.

 

Erreger

Babesien (Einzeller). Babesien befallen die roten Blutkörperchen und zerstören sie. Bei zu später Erkennung führt Babesiose häufig zum Tod des Tieres.

Symptome

Übelkeit, Schwäche, später hohes Fieber, dunkler Urin. 

Behandlung

Injektionen mit einem Antiparasitikum.

Gefahr für Menschen? 

Einige Babesien können über Zecken auf Menschen übertragen werden.

Aussichten

Rechtzeitig behandelt, sehr gut. Bei späterer Erkennung führt eine Babesiose nach Reaktivierung durch div. andere Erkrankungen häufig zum Tod des Tieres. Vorsorglich ist daran zu denken, das Tier vor Zeckenbissen, z.B. durch ein Halsband zu schützen.

 

Die Auwaldzecke ( Dermacentor reticulatus )

Beschreibung der Auwaldzecke

Die Auwaldzecke ist größer und bunter als andere Zeckenarten. Nüchtern ist sie etwa fünf, vollgesogen mit Blut bis zu 16 Millimeter groß. Ein weißer Schild mit dunklen Flecken bedeckt beim Weibchen den vorderen Teil des Rückens, bei der männlichen Auwaldzecke den ganzen Rücken.

Auwaldzecke

Herkunft der Auwaldzecke
Die Auwaldzecke war früher vornehmlich in Ungarn, Österreich und Südpolen heimisch. Dort bevorzugt sie als Lebensraum feuchtere Gebiete wie Auwälder und Moore. Durch den Tourismus begünstigt, hat die Auwaldzecke auch unsere Gefilde erobert und trat bei uns bisher hauptsächlich am Oberrhein, im Saarland und in Rheinland-Pfalz auf.
 

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