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Tierkinder – ein Weihnachtsgeschenk mit jahrelanger
Nachwirkung !!
Foto:ZZF/pma2204 |
Welpen oder Kitten
als Geschenk haben
bis rund
18 Jahre Nachwirkung,
was dabei alles zu bedenken ist,
sollte nicht
aus einer Augenblickslaune stammen,
sondern
mit der ganzen Familie
reiflich abgewogen werden
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VON ELKE HECHT
Stollberg.
Oft werden Tiere spontan als Überraschung verschenkt, ohne dass
sich die Beschenkten vorher gründlich über die so wichtigen
Bedürfnisse der neuen Haustiere informieren konnten.
Natürlich gibt es nichts Schöneres
als strahlende Kinderaugen am romantisch geschmückten
Tannenbaum, beim Anblick eines niedlichen Hunde- oder
Katzenwelpen, Hamstern, Meerschweinchen, Kaninchen oder was noch
alles krabbeln, fliegen oder kriechen kann.
Aber solch ein Tier sollte ja nicht nur das Weihnachtsfest
bereichern, sondern auch die nächsten 10-18 Jahre die ganze
Familie. So lang kann das Katzen- oder Hundeleben nämlich sein.
Häufig wird dabei auch übersehen,
dass gerade junge Tiere viel Zeit und Aufmerksamkeit brauchen.
So sollten beispielsweise Hundewelpen nur stundenweise allein
gelassen werden - für Berufstätige ist das einfach unmöglich.
Die wenigsten machen sich klar, welche Pflichten mit der Haltung
eines Tieres zusammenhängen: tägliche Pflege, Spaziergänge und
Kosten für Futter, Streu oder Impfungen müssen über Jahre
hinaus eingeplant werden. So
braucht eine Katze beispielsweise kostenpflichtige Impfungen
gegen Katzenseuche (Panleukopenia),
Katzenschnupfen (Rhinotracheitis), optional Katzenleukose (FelV)
und zwingend für Ausstellungen sogar gegen Tollwut.
Den Entschluss, ein neues Mitglied in die Familie aufzunehmen,
sollte man also nicht leichtfertig treffen.
Wichtig ist vor allem, sich über alle Pflichten und auch Kosten
zu informieren. Ein Tier ins Haus zu nehmen, bedeutet
Verantwortung zu übernehmen, jeden Tag, ein Tierleben lang. Da
gibt es im Vorfeld viele Fragen zu klären: wer geht - bei jedem
Wetter - mit dem Hund spazieren, wer kümmert sich mindestens
zweimal täglich um das Katzenklo, ist die Tierhaltung im
Mietvertrag überhaupt erlaubt, wer kauft Futter ein, füttert
täglich und sorgt für frisches Wasser, wer ist für die
Fellpflege zuständig (Perserkatzen z.B. müssen regelmäßig
gekämmt werden), wo kann man das Tier unterbringen, wenn sie mal
verreisen möchten, und sei es nur über's Wochenende, ist es
verkraftbar, wenn der Vierbeiner sich am teuren Ledersofa mal
die Krallen wetzt, wer pflegt ein krankes Tier, steht wegen des
Durchfalls nachts mehrmals auf, wer hat Zeit für die täglichen
Streicheleinheiten und Schmusestunden...?
Wie leicht unterschätzt man beim Anblick von ach so niedlichen
Jungtieren das Ausmaß an Zeit, Arbeit und finanziellem Aufwand,
den solch ein Vierbeiner mit sich bringt.
Die ersten Tiere werden schon während der
Feiertage um Weihnachten und Silvester ins Tierheim
„abgeschoben“, spätestens mit Beginn der Urlaubszeit wird für
die nächsten „Geschenke“ dieses Schicksal Wirklichkeit. Dabei
spielt die Tierart keine Rolle. Hunde und Katzen sind zwar
eindeutig Spitzenreiter, aber auch Meerschweinchen, Hamster und
andere Kleintiere werden in Tierheime abgeschoben oder gar
ausgesetzt - jährlich insgesamt über 300.000 Haustiere.
Dabei sind Haustiere eine
echte Bereicherung einer verantwortungsvollen Familie,
kaufen Sie einen Hund oder eine Katze nicht aus einer
Augenblickslaune heraus, gleich recht nicht aus dubiosen
Kanälen. Verantwortungsvolle Züchter geben ihre Tiere nicht
direkt von Ausstellungen und auch nicht vor dem Fest zu ihren
neuen Besitzern, ohne vorher überprüft zu haben, ob der Kauf gut
überlegt ist oder nur eine momentane Laune. Sie finden diese seriösen
Züchter über sächsische Katzen- oder Hundevereine, erhalten dort
stets weitere Unterstützung und die Züchterverzeichnisse.
Organisierte Züchter müssen bei der Zucht strenge
Qualitätsauflagen, vor allem zur Gesundheit erfüllen,
insbesondere vollständige Impfungen und diverse Tests. Gehen Sie
zu einem dieser Züchter und kaufen sie Tiere nur mit Papieren.
Rassekatzen besitzen beispielsweise einen Stammbaum,
vergleichbar mit Geburtsurkunde oder Ausweis, der von einem
eingetragenen Verein ausgestellt und unterschrieben sein muss.
Der Stammbaum bedeutet einen gewissen Qualitätsnachweis, da die
Züchter strenge Zuchtrichtlinien und zum Wohl der Tiere exakt
festgelegte Wurfhäufigkeit befolgen müssen. Mit Stammbaum und
Impfpass sind sie auf einer sichereren, über mehrere
Generationen nachvollziehbaren Seite. Und teurer sind die Tiere
wegen der „Formularien“ auch nicht. Autos kauft man ja auch
nicht ohne Papiere, oder ?
Sollte es ein lang gehegter und wohl durchdachter Wunsch, in der
gesamten Familie besprochener Plan sein, können aber die Tage
nach den Weihnachtsfeiertagen auch sehr nützliche freie Zeit
sein. Gerade in den ersten Tagen in einem neuen Umfeld sollte
man für das neue Familienmitglied immer da sein, gemeinsame Zeit
vor allem ohne hektische Betriebsamkeit oder Feierlichkeiten
haben, Ruhe für die ersten zusammen gelebten Tage haben.
Hat man seine
Entscheidung mit Vernunft und Verantwortung getroffen, stimmen
alle Voraussetzungen, nur dann ist der vierbeinige Freund eine
wunderschöne und prägende Bereicherung einer Familie, den man
nicht mehr missen möchte.
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